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Start Archive Articles/Interviews Artikel von Peter Cossé
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Das "Trio Jean Paul"

- ein Netzwerk fühlenden Denkens
von PETER COSSÉ

Klug erarbeitete, souverän verfügte Schallplattenaufnahmen sind die eine Seite eines am Habhaften bis zur Sammelwut interessierten Musikbetriebs. Die persönliche Begegnung, das Hörerleben hier und jetzt nach den flüchtigen, gleichwohl zeitlosen Regeln des Erfassens und der Melancholie des Unwiederbringlichen markieren die andere.

In diesem Spannungsfeld von Dokumentation und Leibhaftigkeit ereignet sich seit etwas mehr als zehn Jahren die Vitalgeschichte eines Klaviertrios, das seinesgleichen in der gegenwärtigen Szene des alliierten Kammermusizierens nicht zu fürchten hat.

Und wenn schon, es würde diese literarisch so begünstigte, in allen menschlichen, organisatorischen und beruflichen Fragen jedoch so heikle Disziplin nur beflügeln, denn im Unterschied zu jenen Musikern, die sich etwa zu einem Streichquartett zusammenschließen, herrscht gegenwärtig Mangel an echten Klaviertrios, das heißt: die meisten Ensembles formieren sich unter dem Diktat eines Wettbewerbsprogramm oder sie beziehen ihre formelle Wichtigkeit aus der Namhaftigkeit ihrer Einzelinterpreten, um im Anschluss an ein Projekt wieder auseinander zu driften. Unter solchen musiksoziologischen Voraussetzungen ist allein schon der Umstand begrüßenswert, wenn sich ein Pianist von hohen Graden und von analytischer, gleichwohl herzhafter Intelligenz, ein geschliffener, hellhöriger, im besten Sinne kritischer Geiger und ein Cellist von musischer wie musiklogischer Beredsamkeit zusammenfinden, um sich auf den Flügeln des nonverbalen Kammermusikgesanges auf ein reiches, langwieriges Abenteuer einzulassen. Die Kammermusik ist und bleibt - trotz manch rätselhafter Flüchtigkeit ihrer Notenmaterialien - ein Terrain des beharrenden Lernen, der tastenden Annäherung - und damit auch eine Rubrik der Selbsterkenntnis unter den verschiedensten Bedingungen des Spielens, des Probens, des Reisens und des spontanen Reagierens. Die Zeit und die regelmäßige Arbeit formen ein Ensemble. Und erst im Verlauf dieses Prozesses der Formung gewinnen die einstudierten, wiederholten, neubeleuchteten Werke ihre ursprüngliche Vielfältigkeit zurück, als würden erst die heilige Routine des Alltäglichen und des Alljährlichen jene staunenswerte Jungfräulichkeit verbürgen, die uns Hörer selbst in der Konfrontation mit dem Allerbekanntesten immer wieder erschauern lässt.



 

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Haydn, Schubert

There is this exuberant, flourishing and silver-tongued sound, there is this enormous homogeneity of the musical action, there is this stupendous virtuosity of all participants, which is always based on sustainable mental work.

Rondo Magazin
deen