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Gespräch mit Peter Härtling

WDR APRIL 2002

Autor der Romane:
"SCHUBERT", "SCHUMANNS SCHATTEN" und "HOFFMANN ODER DIE VIELFÄLTIGE LIEBE"

Peter Härtling:
Ja, wie begann unser gemeinsames Abenteuer genau? Ich erinnere mich an einen Anruf und ein Gespräch. Eckart Heiligers rief an einem Abend an und überraschte mich mit der Frage, ob ich etwas mit dem Trio Jean Paul zusammen machen wollte. Die Überraschung war so groß, dass ich nicht gleich ja sagen konnte - oder habe ich es getan? Ich weiß es gar nicht mehr.

Eckart Heiligers:
Nein, ich glaube, wir sind so verblieben, dass wir erst einmal etwas von uns geschickt haben, Aufnahmen und auch eine Biographie, um uns überhaupt erst mal bekannt zu machen. Wir kannten uns ja überhaupt noch nicht, es war eigentlich ein Gedanke, der relativ spontan entstanden war. Ulf Schneider hatte eben Ihr Buch "Schumanns Schatten" entdeckt...

Ulf Schneider:
Ich habe es mit großer Begeisterung und Berührung gelesen und hatte spontan die Idee, dass wir doch mal in Kontakt kommen müssten. Wir haben uns dann überlegt, in welcher Form, denn Sie kannten uns ja noch gar nicht und wir Sie nur durch Ihre Bücher.

P.H.:
Ja das ist wahr, ich kannte das Trio Jean Paul damals noch nicht. Nur - welche Idee steckte dahinter, was war da die Vorstellung? Wie bringt man Literatur - diese Literatur - und Musik zusammen? Wie war das?

U.S.:
Mich hat in Ihrem Roman sehr berührt, dass es ein Schumannbild zeigt, das nicht geglättet ist, sondern deutlich Brüche in seiner Persönlichkeit zeichnet und darstellt.

Ich denke, da wir uns selbst zu dem Zeitpunkt sehr intensiv mit Schumanns Trios beschäftigt hatten, überhaupt mit Schumanns Werken, und im Grunde genommen versuchten, ähnliche Brüche in der Musik aufzuspüren und darzustellen, traf sich das tatsächlich in einer Weise, dass wir spürten: da ist etwas, da entsteht eine Spannung! Wir wussten natürlich, dass Sie so etwas Ähnliches schon einmal gemacht hatten, mit Tabea Zimmermann und Harmut Höll, und so entstand die Idee, miteinander in Kontakt zu treten.

P.H.:
Ja, bei mir ging es dann im Grunde ganz einfach weiter. Ich habe mir erst einmal die CDs angehört, und was Sie gerade sagten, dass Sie auch die Brüche bei Schumann zu spielen versuchen, zu fassen versuchen, das habe ich wohl begriffen, und damit war mein versuchsweises „Ja“ - es war im Grunde ein Versuch, ich musste ja erst mal gucken, ob das geht, so wie Sie auch - mein versuchsweises „Ja“ klar.

Ich sagte mir, probieren wir es aus, geht so etwas überhaupt, dass man einen literarischen, biographischen Text konterkariert mit der Musik. Nicht wahr, das ist ja auch etwas „dagegen Gesetztes“, nicht nur dazu oder dafür Gesetztes. Das haben wir dann ausprobiert - ich glaube, mit Gewinn für uns alle, aber das ist schon eine weitergehende Geschichte.



 

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